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Dollar steigt wieder, wegen Bear Market und Deflation
Samstag, 17. Juli 2010Dollar: Am 18. und 20. 5. postete ich meine Auffassung, dass der Dollar zum Euro eine Zeitlang sinken werde. Die Folge waren ein paar harsche Kommentare mit "Vogel zeigen", denn Europa erschien zu dieser Zeit gerade als hoffnungsloser Fall und daher wurde für den Euro der aktuelle Untergang beschworen. Der Dollar stand damals bei rund 88 - heute steht er bei rund 82 und die Auguren sehen den Euro weiterhin steigen. Ich denke umgekehrt: Ein neuer - starker - Dollar Anstieg gegen den Euro steht nun bevor. Nicht weil es Europa schlecht und Amerika gut geht, sondern weil es Europa zwar schlecht, aber den USA noch viel schlechter geht. Wieso kann dann der Dollar steigen?
Der Grund für die Dollar/Euro Rate sind nicht Konjunktur, Aussenwirtschaft und dgl., worauf Ökonomen schauen, sondern jene überwiegende Mehrheit von Schulden, die auf Dollars lauten. Je mehr Schulden liquidiert werden müssen, was begonnen hat (Deflation), desto mehr Nachfrage gibt es nach der Währung auf die sie lauten - also Dollars. Schulden müssen liquidiert werden, weil ihre Beleihungsbasis - Bear Market und Deflation - sinkt.
Nichts vormachen lassen: Zentrum der Weltwirtschaftskrise ist Amerika - Punkt. Dort ist die Wiege der Fehler und Fehlsteuerung, die rund um die Welt ging und in zum Teil naiver Anbetung und Nachahmung - auch in Europa - der auf falschen Zahlen beruhenden Scheinerfolge der US-Wirtschaft.
Kommentare (2) -
Rechnet China mit Deflation und verkauft deshalb seine älteste Bank?
Donnerstag, 8. Juli 2010China will seine älteste Bank verkaufen. Die 1951 von Mao Tse Tung gegründete AgriBank soll an die Börse gebracht werden und rund 20 Mia $ einbringen
Falls die Chinesen mit Deflation rechnen, ist das genau der richtige Schachzug und der letzte Zeitpunkt, zu dem die Börsen solche Summen - vielleicht gerade noch - hergeben. Mit 20 Mia Bargeld werden sie dann viele Rohstoffquellen weltweit sehr billig einkaufen und so zu ihrer Zukunft in der Neuen Welt beitragen können.
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Ölplattform Deep Water Horizon im Deep Water der Medien verschwunden
Donnerstag, 8. Juli 2010Wurden die Ölprobleme von BP im Golf von Mexico gelöst? Man hört plötzlich nichts mehr davon. Vom Katastrophen-Thema Nr. 1 , das den Präsidenten mehrfach an den Unglücksort brachte, ist die Ölplattform in die Bedeutungslosigkeit gefallen. Einfach nicht mehr in den Medien ... Die BP-Ölplattform ist ein Paradebeispiel dafür, wie die Welt mit den meisten ihrer Probleme umgeht: Man vergisst sie und überlässt sie sich selbst.
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Out of Control: Wieviel Nicht-Funktionieren erträgt eine Gesellschaft?
Sonntag, 13. Juni 2010Krise ist, wenn etwas nicht mehr funktioniert. Dann ist ein System Out of Control. Sobald es wieder funktioniert, ist die Krise vorbei. Die Meldungen über den Horror des öffentlich sichtbaren Nicht-mehr-Funktionierens häufen sich auffällig. Von der Ölkatastrophe im Golf und der Hilflosigkeit des 4.grössten Welt-Unternehmens, aber auch der US-Regierung bis zu den obersten politischen Gremien in Deutschland und der Schweiz, die unter schwerer Kritik stehen nicht nur wegen konkreter Fehler, sondern weil sie als System nicht mehr funktionieren.
Die handelnden Menschen zu beschimpfen hilft aber wenig, denn mit den gegebenen Organisationen und Hilfsmitteln, die grösstenteils aus dem vorigen Jahrhundert stammen, würden auch neue Personen kaum etwas bewegen können. Die Lösung kommt aber im Nu, sobald man funktionierende Systeme installiert. Bis dahin werden viele der wichtigsten Aufgaben zu "Impossible Jobs". Und solange man die einzige Lösung in "mehr Geld" sieht, wird das ein neues Funktionieren aktiv verhindert. Denn Funktionieren hängt nicht von Geld ab, sondern von den richtigen Regelkreisen. Nicht die Ökonomie der Systeme, sondern die Kybernetik der Systeme ist entscheidend dafür, dass sie wieder klaglos funktionieren können, und zwar doppelt so gut, mit der Hälft des Geldes.
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Krugman am SEF: Virtuoser Mut zur Lücke
Sonntag, 6. Juni 2010Mit Spannung erwartete ich das Referat des Nobelpreisträgers, das vor meinem eigenen zur Eröffnung stattfand. Wir alle hatten wenig Redezeit und mussten vieles weglassen. Krugmans Mut zur Lücke war aber besonders beeindruckend.
1. Er nutzte seine Zeit um die Stärken der USA mit den Schwächen Europas zu vergleichen.
Lücke: Keine Andeutung zu den Schwächen der USA und die Stärken Europas
2. Euro als Fehlkonstruktion im EU-Binnenmarkt
Lücke: Nichts zur politischen Bedeutung des Euros als Weltleitwährungskonkurrent zum Dollar, egal wie der Euro-Kurs steht und die Dankbarkeit von Arabern, Russen, Brasilianern und allen anderen Rohstoffexporteuren, auch der Chinesen und Afrikaner, dass sie eine Zahlungsalternative zum Dollar haben.
3. Lange Kritik an den wirtschaftsschwachen Ländern Europas, deren Heterogenität keinen Euro vertrage, weil keine Ausgleiche stattfänden.
Lücke: Nichts zu den bankrotten Staaten Kalifornien und Illinois, zur wirtschaftlichen Heterogenität von Arkansas, Vermont, Kansas, Arizona, New Jersey, Massachussetts, Texas und rund 40 anderen.
4. Bemerkenswert dass er zwar auch deflationäre statt inflationäre Tendenzen sieht, diese aber detailliert am niedrigen und tendentiell sinkenden CPI festmacht.
Lücke: Nichts zu überschuldeten Assets, wie Aktien und Immobilien. Lehmann ist aber nicht an niedrigen Konsumentenpreisen falliert, sondern an ihren Asset-Schulden, die sie nicht mehr decken konnten; detto BearSterns, AIG und alle anderen, und ebenso Griechenland. Die europäischen Länder leiden ja nicht an ihren stabilen Preisen, sondern an ihren Schulden.Inzwischen rauscht der Aktienmarkt, ausgehend von den USA in die Tiefe und zeigt, wo die Defla herkommt und wo man hinschauen muss, um sie zu sehen, denn die verkauften Aktien waren so gut wie alle auf Kredit gekauft.
Dies alles weiss ein Nobelpreisträger. Was Krugman nur für Gründe gehabt haben mag, zu so Vielem nichts zu sagen?
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Deflation ist auf Kurs
Samstag, 5. Juni 2010Die heutigen Rückgänge an der US-Börse sind ein klares Zeichen dafür, dass mein Deflations-Szenarionoch viel wahrscheinlicher wird, als ich es schon bisher in vielen meiner Blogeinträge sage. Aktien haben eine enorme Fallhöhe, sie können bis auf 10% und mehr zurückgehen im Zuge des nun folgenden Bear Market. Andere Sachwerte werden folgen, falls diese nicht ohnehin bereits vorauslaufen.
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Strohfeuer bringen keine Trendwenden
Freitag, 28. Mai 2010Das Feuerwerk steigender Aktienpreise wird sich als Strohfeuer entpuppen und ist vielleicht bereits zu Ende. Die Gründe dafür sowie Lösungen beschreibe ich in der soeben versandten Nummer meines monatlichen Managementletters. Das Finanzsystem löst seine Probleme indem es sich selbst zerstört durch das mehrheitliche Festhalten an den alten Denkweisen. Das ist umso bedauerlicher als einzelne Banken bereits auf unsere wichtigste neue Krisenlösung, das Syntegrationsverfahren, umgestiegen sind und damit enorme Erfolge verzeichnen.
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Inflation oder Deflation: Neueste US-Zahlen
Samstag, 22. Mai 2010Sogar bei den Konsumentenpreisen (siehe Blog 20. 5.) sind die aktuellsten US Zahlen jetzt eindeutig auf der deflationären Seite. Wie ich etwas verspätet der New York Times vom 19.5. 2010 entnehme, steht die Inflationsrate auf dem niedrigsten Stand seit 44 Jahren. Im April sind die K-Preise wieder gefallen, nachdem diese nun zwar fast ein Jahr lang gestiegen waren und unbegründete Inflationsängste auslösten, während anhand anderer Parameter deutlich die deflationären Tendenzen erkennbar waren.
